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Schleusentreppe

Der Großschiffahrtskanal Berlin-Stettin gilt als letztes bauliche Großprojekt der Kaiserzeit. Zur Einweihung im Juni 1914 kam der marinebegeisterte Wilhelm II mit seiner königlichen Pinasse direkt aus Berlin angeschippert. Ob Reichskanzler Bethmann-Hollweg mit von der Partie war oder ob er es vorzog, vom nahegelegenen Gut Hohenfinow hinzuzukommen, ist nicht überliefert. Die Szene mit der kaiserlichen Gesellschaft unterm Baldachin am Eingang zur Schleusentreppe ist übrigens als Diorama zu bewundern, und zwar im Schiffahrtsmuseum Oderberg  -> http://www.bs-museum-oderberg.de

 

 

Das Bild mit dem weißen Ausflugsdampfer in Schleuse 1 hat etwas Leichtes, fast Heiteres. Jedoch, Ruhe und Gelassenheit des Augenblicks kontrastieren scharf mit den Ereignissen im Hintergrund.

Es ist Krieg. Der Poststempel trägt das Datum 4. September 1914. Vielleicht wählte der Absender bewußt dieses Motiv für seine Zeilen.

Die Karte enthält eine Grußbotschaft. Soweit man die Kurrentschrift lesen und decodieren kann (vielen Dank an Constanze!), erfährt man vom Schlaganfall eines Angehörigen. Der Absender dankt dem Adressaten für die Anteilnahme.

Doch dann heißt es: „Eugen?  .. in Kiel zu Schießübungen“. Und “Hans (?) wahrscheinlich in englischer Kriegsgefangenschaft.“

Es kamen bei den Schießübungen vor Kiel (Hochseeflotte) vermutlich Messingkartuschen aus Eberswalde zum Einsatz (Produktion der Messingwerke).

Interessant der Hinweis über die vermutete Kriegsgefangenschaft. Ist es nur die Hoffnung oder gibt es einen begründeten Verdacht, daß Hans nicht gefallen oder vermißt ist? Dann kann es sich nur um eine kampflos erfolgte Gefangenschaft handeln. Vielleicht wurde Hans in UK vom Krieg überrascht, als Handelsreisender oder Student, als Matrose eines im Dock liegenden Schiffes, ohne die Möglichkeit der Rückreise. 

 

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