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Warenhaus, Kolonialwaren und Destillation

Über die Anfänge ist wenig bekannt.  Laut Grundbuch wurde das Haus in der letzten Dekade des 19. Jahrhunderts gebaut. Der erste Eigentümer war ein Kaufmann namens Baes. Die Postkarte von 1905 zeigt die Lieper Straße (heute Hebewerkstraße) mit der Bebauung, wie sie heute noch existiert. Das Ladengeschäft firmierte als "Warenhaus" mit Destillation. Im Haus nebenan gab es eine Schmiede. Möglicherweise trafen sich hier die Fuhrleute, während die Pferde nebenan versorgt und gewechselt wurden. Man beachte die schmuckreiche Fassade mit Stuck, Erker und Turm.

Nachfolger war ein Fritz Schaeffler, dessen "Kolonialwaren" die Postkarte ziert (Vermutlich um 1910, Poststempel unleserlich). 

 

Der Konsum

Von 1948 an leitete die neue Inhaberin Frau Appel den Konsum in Niederfinow. Mit Geschäftssinn und Verhandlungsgeschick entwickelte Frau Appel den ersten Selbstbedienungsladen in der Region. Sie selbst übernahm den Einkauf bei den Bauern in der Umgebung und war dabei sehr erfolgreich. Ergänzt wurde das Sortiment durch im Garten angebautes Obst und Gemüse sowie mit Geflügelzucht. Das Geschäft florierte. 

In der Nachzeit der Wende zeichnete sich mehr und mehr das Ende des Kaufmannsladens in der Tradition von Tante Emma ab. Auch für den modernen Typ des Selbstbedienungs-Konsum war die Zeit abgelaufen. Das Ende kam zusammen mit dem altersbedingten Rückzug der Inhaberin vom Geschäft. 

 

Gesunder Konsum

2015 - Die neuen Betreiber des Konsum in Niederfinow versuchten einen neuen Ansatz in Richtung eines ökologisch orientierten Sortiments. Das Geschäft  sollte unter dem Lable "Gesunder Konsum" in alternatives Angebot bieten, wohl wissend, daß man als Einzelhändler auf dem Dorf im Wettbewerb gegen die großen Discounter nur in der Nische bestehen kann. Was in der Theorie durchaus plausibel und nachvollziehbar erscheint, scheitert dann wie so oft in der Praxis. Lessons learned: Der Kunde will nicht erzogen werden, auch nicht für eine vermeintlich gesunde Ernährung. Er kauft dort ein, wo er alles bekommt, und das möglichst billig. Die Späti-Kultur in Berlin ist da anders. Doch Niederfinow ist nicht Berlin (wenngleich Berlin wie ein Dorf regiert wird - für jedes Fest wird die Hauptstraße gesperrt. Davon ist Niederfinow glücklicherweise bisher verschont geblieben). 

 

KulturKonsum

Die Geschichte des Konsum und sein Werdegang bis Ende 2017 hält für die neue Eigentümerin zwei Erkenntnisse vor:

1. Die kommerzielle Nutzung als Geschäft für die Waren des täglichen Gwebrauchts verspricht keinen Erfolg. Der Kunde kauft im Supermarkt in der Stadt, wo er alles zu günstigen Preisen bekommt. Dafür nimmt er auch längere Wege in Kauf.

2. Dem Ort Niederfinow fehlt ein zentraler Treffpunkt (was der ehemalige Konsum unzweifelhaft war).

Punkt 2 wiegt umso schwerer , da keine Treffpunkte existieren, keine Kneipe, kein Jugendclub, nichts  (von Kirche und Schiffshebewerk abgesehen). 

Die Idee ist, die soziale Komponente des Konsum herauszufiltern und mit einem gänzlich anderen Ansatzneu zu gestalten. Dieser Ansatz soll themenorientiert sein – nicht gruppenorientiert.

Bedient werden sollen nicht die Interessen einer bestimmten Gruppe wie zum Beispiel Senioren oder Jugendliche. Die Themenorientierung soll die Teilhabe vieler Teilnehmer unabhängig von gruppenspezifischen Interessen ermöglichen.

Hierfür ist eine Reihe von Themenfeldern vorskizziert, die alle mit Leben zu füllen sind. Der Erfolg wird im wesentlichen von der Teilnahme und Mitwirkung der Mitglieder des Vereins Kultur im Konsum e.V. bestimmt sein.

 

Die nachstehenden Privatfotos unterliegen dem Urheberrecht ( Wolfgang Appel, Dessau) 

 

 

 

 

 

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